"Inisheer" präsentiert in der Christ-König-Kirche Irish Folk in Vollendung


cg. BISCHOFSHEIM - Nur unscheinbare Plakatewiesen auf das Irish Folk Konzert in der Christ König Kirche hin musikalischeLeckerbissen werden manchmal eben sehr "dezent" angekündigt. Demdennoch recht zahlreich erschienen Publikum wurde dafür aber konzertanteFolklore vom Feinsten geboten.
In der Kirche wird es dunkel. Vom Licht angestrahlt sind nur fünf jungeMusiker, die still ihre Plätze einnehmen. Leise und verhalten, fast wie ausweiter Ferne, erklingen zunächst die Töne einer Querflöte. Dann mischt sichder silbrige Klang einer zwölfsaitigen Gitarre hinzu. Nach und nach schließensich noch eine Konzertgitarre, eine Tin Whistle und eine irische Trommel demmelodiösen Reigen an.
Erst nach dieser Tune, so der irische Ausdruck für Instrumentalstück, erfolgtedie Begrüßung. Von der grünen Insel komme die Musik, mit der sie ihre Zuhörerverzaubern wollen, mit stimmungsvoll arrangierten und interpretierten Songs undTunes möchten sie ihr Publikum nach Irland entführen, klärten die Musikerauf. "lnisheer" sei der Name einer kleinen Insel vor Irland und Symbolihrer Liebe zur Irish Folk Musik. Im Mittelpunkt dieser Musik würden die Songsstehen, mit ihren teils heiteren, teils melancholischen Texten und Melodien, diees jeden ermöglichen würden, zu träumen oder sich in eine andere Weltversetzt zu fühlen.
Was dann folgte, waren wunderschöne Lieder, perfekt arrangiert und konzertantinterpretiert. Zwischendurch bewiesen Tunes, mal als lustiges Tanzlied gespielt,mal in melodiös-melancholischer Interpretation, wie souverän dieEnsemble-Mitglieder die verschiedensten Instrumente beherrschten. Herauszuhebenbei diesem Auftritt wäre beispielsweise die Tune "lnisheer". DerGruppe habe dieses Lied so gut gefallen, dass sie sich nach ihm benannt hätte,wurde dazu geklärt: Ein trauriges, sehr getragenes Instrumental, das wie einverwehter Klang aus der Ewigkeit gleichsam einem Gebet die Kirche erfüllte. Äußerstsensibel und leise gespielt, hatte hier die Querflöte nahezu den wundervollrauchig-archaischen Klang einer Panflöte, das Ensemble bewies dazu ein hohesEinfühlungsvermögen in die Interpretation irischer Musik und in seinespezielle "Tune". Sicher das schönste Stück des Abends.
Dass sie auch singen konnten, zeigte sich bei den vielen Liedern, die bis zu fünfstimmigdargeboten wurden. Das Liebeslied: "Take her in your arms and tell her thatyou love her", fand beispielsweise viel Applaus. Vom Einzug zur Armee erzähltein anderer Song:"You leave to the sound of the marching drums". Und,natürlich, wird die Bereitschaft besungen, für die Freiheit zu kämpfen. Wielange die Iren dabei schon um ihre Toten weinen, zeigte der Song "YoungWilli Mac Bride": 1916 war er gefallen ... in unseren Herzen wirst Du immerneunzehn bleiben", trauert dieses melancholische Lied. Ein nachdenklichmachender Folkloreabend an einem Ort der Besinnung hat damit einmal mehrbewiesen, wie untrennbar Kunst und Kirche miteinander verbunden sind.

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