Die subtile Kraft einfacher Melodien
Irisch: "lnisheer" liefern authentische musikalische Eindrücke von der grünen Insel


Von
André Domes

Es scheint kaum ein anderes Land zu geben, das musika¬lisch so anregend auf seine Be¬sucher wirkt wie die "grüne Insel" Irland. Anders ist es nicht zu erklären, dass es im¬mer wieder mal Irland Urlaube sind, die Anlass geben, hier in Deutschland eine Folk Band ins Leben zu rufen. Genau so war es auch bei "lnisheer", ei¬nem Quintett, das am Sonntag im katholischen Gemeindehaus Bischofsheim für irisches Flair sorgte. Und das, obwohl statt Guinness und Kilkenny deutscher Glühweinduft in der Luft lag.
Nach der kleinsten der Aaran Islands an der irischen West¬küste haben sich "lnisheer" 1997 bei ihrer Gründung be¬nannt. Das musikalische Ein¬zugsgebiet der Band ist aber ungleich größer. Neben allerlei Stomps, Jigs und Reels aus Ir¬land selbst, unternehmen die fünf Musiker Ausflüge nach al¬len Richtungen. Geschichten von irischen Auswanderern in die neue Welt, Anleihen an orientalische Harmonien und Reminiszenzen an die Musik der britischen Nachbarinsel finden sich im Programm der Band. Grundtenor ist aber im¬mer der unerschöpfliche Fun¬dus von Traditionals und Tän¬zen der "grünen Insel". Mit Recht, liegt doch gerade hier eine der auch heute noch le¬bendigsten und einflussreichs¬ten Musiktraditionen Europas. Kaum jemand, der sich von der subtilen Kraft einfacher Har¬monien und kunstvoll ver¬spielter Melodik nicht begeis¬tern ließe.
Abwechslungsreich gingen die fünf Bandmitglieder Birgitt Stumpf Schmidt, Wolfgang Schmidt, Arno Maldaner, Silke Möller und Harald Wilfer auch bei ihrem Konzert in Bischofsheim zu Werke. Schon allein die Besetzung mit unterschied¬licher und ständig wechselnder Instrumentierung ließ Eintö¬nigkeit gar nicht erst entstehen. Neben auch hierzulande be¬kannten Instrumenten wie Gi¬tarre, Banjo und Akkordeon greift die Band auch auf traditi¬onell irische Geräte wie Bodhran das ist eine große Handtrommel oder die Flute, eine Art Ur Querflöte mit höl¬zernem Klangkörper, zurück. So ergibt sich ein ebenso beru¬higender wie lebendiger Ton, der die Band durch alle Tempi begleitet ganz irisch also. Nicht alltäglich ist die technische Präzision, mit der die Mu¬siker auf der Bühne agieren. Dahergeschrammelte Gitar¬ren und indifferenten Gesang gibt es bei den liebevollen Ar¬rangements von "lnisheer" nicht. Was nicht passt, wird konsequenterweise auch nicht gespielt.


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