Sehnsucht nach Irland wecken
"Inisheer" arrangiert traditionelle Songs von der grünen Insel


teg. BISCHOFSHEIM - "Inisheer"nennen sie sich nach einer Insel in Irland. Ihr Wunsch ist, singend und musizierend die Geschichten eines für die meisten Zuhörer unbekannten Landeszu erzählen. Seit 1997 besteht die fünfköpfige Gruppe, gegründet durchBirgitt Stumpf-Schmidt, Kantorin der Pfarrgemeinde Christkönig, und WolfgangSchmidt. Nach einer Reise zu den grünen Inseln, festigte sich der Wunsch,Irische Folklore zu machen. Schnell fanden sich zwei weitere Musiker - HaraldWilfer (Gitarre, Oktavgitarre, Banjo und Hintergrundgesang) und Silke Möller(Flute, Whistle und Gesang), und nach einer Zeitungsannonce auch der bis dahinfehlende Part - Arno Maldauer (12-String-Gitarre und Gesang).
In dem bekanntesten Lied "Ready for theStorm" singt Birgitt Stumpf-Schmidt (Gesang, Glockenspiel, Querflöte undBodhran) davon, für die Stürme im Leben gewappnet, aber auch hart und zäh zusein wie ein alter Seemann. Oft sind es auch patriotische Lieder, wiebeispielsweise "Lone Shanakyle", in dem dazu aufgerufen wird, für dasVaterland zu sterben. Die Schwierigkeit, so erzählt Silke Möller, bestehedarin, die vorhandenen Songs neu zu arrangieren. Zwar bleiben die Texte gleich,jedoch werden meist Instrumentalstücke oder Zwischenspiele eingebaut, um denSongs den richtigen Schliff zu geben.
Beim jüngsten Auftritt von "Inisheer"im Gemeinderaum des katholischen Pfarrzentrums Christkönig ging es ruhig undgemütlich zu, an der Bühne standen Kerzen und beleuchtete Kürbisse. Vor jedemStück erzählten die Musiker die Geschichte des Liedes. In "Step it outMary" wurde vor allem die Situation der Frau beschrieben. Mary, versprochenan einen reichen Edelmann, weigert sich, diesen zu ehelichen, weil sie einenanderen Mann liebt. Die Liebenden ertränken sich später im Meer, um nicht vonden gesellschaftlichen Verhältnissen getrennt zu werden.
Zu Beginn der Karriere spielte "Inisheer"vor allem in Kirchen. "Dort ist die Akustik sehr gut und wir brauchten auchkeine Anlage", erzählt Birgitt Stumpf-Schmidt. Deswegen ist dasRepertoire, bestehend aus rund 40 Songs, auch ruhig und weniger zum Tanzengeeignet. Erst vor Kurzem wurde jedoch eine Anlage gekauft. Der Auftritt imPfarrzentrum war wohl einer der ersten Schritte, neue Möglichkeiten zu eröffnen.
"Wir wollen mit unseren LiedernAssoziationen hervorrufen und Harmonie erzeugen. Vor allem aber wollen wir inunseren Zuhörern den Wunsch erwecken, selbst nach Irland zu reisen",beschreibt Stumpf-Schmidt die Ziele ihrer Musik. Vielleicht gelang das beimKonzert wirklich. Zumindest war die Resonanz und das Interesse der Zuhörer währendund nach der Aufführung ungebrochen. Viele CDs wurden verkauft, und im eigenenWohnzimmer wird sich die Sehnsucht nach Irland ganz von selbst einstellen.



Die Gruppe "Inisheer"hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen mit ihrer Interpretation irischerFolklore gemacht.
Bild: hbz/Linse

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